Ein genretypischer Titel, der leider ohne große Überraschungen daherkommt
Madelyn ist ein Buchmensch durch und durch: Sie lebt für die Arbeit in der Herstellung des familieneigenen Verlags „Prince Publishing“ und verkriecht sich auch in ihrer Freizeit am liebsten mit einem guten Buch auf das Sofa. Organisation und Stabilität sind Madelyns Stützpfeiler. Doch dann bricht die Struktur plötzlich in sich zusammen: Zukünftig soll sie selbst die Teamleitung ihrer Abteilung übernehmen. Als wäre diese neue Verantwortung nicht schon genug, erfährt Madelyn, dass ihr Großvater den Verlag an „Knight Books“ verkauft hat. Deren neuer Geschäftsführer ist kein anderer als Wesley. Wes, mit dem Madelyn ihre gesamte Schulzeit verbracht hat. Wes, mit dem seit sechs Jahren Funkstille herrscht…
Wes hatte keine Wahl: Wenn er den Posten bei „Knight Books“ nicht übernommen hätte, wäre die Drohung seines Vaters, ihm das Erbe zu streichen, wahr geworden. Aber wie soll er eine Führungsrolle in einem Verlag ausführen, wenn er keine Ahnung von der Branche und nebenbei keine Verbindung zu Büchern hat? Als er dann auch noch auf Madelyn trifft, ist das Chaos perfekt. Gleichzeitig ist sie seine Chance: Nur mit ihrer Hilfe kann Wes seine absolute Unfähigkeit für diesen Job überwinden. Aber ist sie bereit, ihm zu helfen?
„Ich bin nicht perfekt, und er ist es auch nicht. Wir sind beide kaputt auf die eine oder andere Weise. Wir haben beide gebrochene Herzen.“
Das Genre „New Adult“ hat sich zu einer festen Marke in der Buchbranche etabliert. In der schieren Masse an Neuerscheinungen gibt es einen Mainstream an Stories, Figuren und Rollenbildern. Dazwischen stechen immer ein paar Titel heraus, die besonders mitreißend sind, fernab von genderspezifischen Klischees wirken, indem sie den heteronormativen Rahmen durchbrechen. Die neue „London is Lonely“-Dilogie von Anna Savas fällt leider in die erstere Kategorie.
Da ist zum Beispiel Wes, der einem bis zum Ende nicht wirklich sympathisch werden will. Die Sorge vor einer Enterbung ist zwar nachvollziehbar, aber zeugt trotzdem nicht von allzu viel Charakterstärke. Etwas unglaubwürdig ist zudem, dass er sich beim Antritt seiner verantwortungsvollen Tätigkeit scheinbar gar nicht mit der Buchbranche auszukennen scheint. Dennoch lässt er, wenn auch im Witz, gerne den Boss raushängen.
Madelyn ist ein absoluter Workaholic, da die Arbeit sowohl ihre Leidenschaft als auch eine Art der Kompensation ist. Zu oft wurde sie in ihrem Leben schon von Mitmenschen enttäuscht. „Prince Publishing“ und ihre Wohnung sind eine Art „Safe Space“, ein Ort, an dem sie sich sicher und geschützt fühlt. Fans von Farbschnitten, verschiedenen Papierarten und besonderen Buchcovern werden sich vermutlich mit ihr identifizieren können. Ein Setting, das sich die Autorin übrigens bewusst ausgesucht hat, denn auch sie hat eine Verlagsausbildung absolviert.
Zwischen Boss Romance und Love Triangle
Eigentlich haben wir es mit einer zunehmenden Dreiecksgeschichte zu tun, denn Madelyn war früher nicht nur mit Wes, sondern auch dessen Bruder Adam befreundet. Mit Letzterem verband sie ihre Leidenschaft zu Büchern. Und noch vielmehr, so glaubt es Wes bis heute. Doch Adam hatte damals erkannt, dass Madeyln in Wes verliebt ist und das hat das Ende der Freundschaft bedeutet. So ganz kann man die Dynamik des vergangenen Streits jedoch nicht nachvollziehen. Ein Geheimnis scheint es zwischen den Brüdern allerdings auch noch zu geben, das bislang nicht gelüftet wurde.
Und so kommt es, wie es kommen muss: Madelyn bringt Wes die Welt der Bücher näher, gibt ihm Nachhilfe im Verlagswesen und ganz nebenbei flammen die Gefühle neu auf - nun auch bei Wes. Eine Hürde, die Madelyn dabei nehmen muss, ist ihre Beziehungsangst. Ihre Mutter hat ihr immer das Gefühl gegeben, nicht gewollt zu sein und diese Last trägt sie wie einen schweren Rucksack mit sich herum. Wes schafft es, diese Mauer zu durchbrechen und sie lernt Vertrauen zu fassen. Bis eine Geschäftsreise die beiden nach Edinburgh führt. In die Stadt, in die Adam geflüchtet ist, ohne sich jemals wieder bei seiner Familie oder Madelyn gemeldet zu haben.
Bis zu den letzten hundert Seiten kommt die Handlung eigentlich ohne einen großen Spannungsbogen aus, plätschert ein wenig vor sich hin. Doch dann nimmt sie nochmals an Fahrt auf. Die Begegnung mit Adam sorgt für einen Wendepunkt der Story, ein noch größerer Cliffhanger wartet jedoch am Ende. Band zwei folgt demnächst.
Fazit
Für Bücherfreundinnen und -freunde sicherlich ein schönes Setting, die Handlung hätte jedoch mehr Profil vertragen können. Vielleicht überrascht uns ja die Fortsetzung.

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